Der feste Umrechnungskurs
Die Deutsche Mark war bis Ende Februar 2002 das gesetzliche Zahlungsmittel in Deutschland. Seit der Einführung des Euro als Buchgeld 1999 und als Bargeld 2002 gilt ein unveränderlicher Umrechnungskurs: 1 Euro = 1,95583 DM. Dieser Kurs ist nicht von Angebot und Nachfrage abhängig und wird nie angepasst. Er gilt deshalb für jede Umrechnung, egal ob es um einen Kaufvertrag von 1996 oder um eine Rechnung aus heutiger Sicht geht.
Umgekehrt ergibt sich 1 DM = 0,51129 Euro. Diese Zahl wird häufig gerundet, sodass eine Umrechnung im Kopf meist mit einem Faktor von etwa 0,51 erfolgt.
So rechnen Sie DM in Euro um
Die Formel ist einfach. Ein Betrag in DM wird durch 1,95583 geteilt, und das Ergebnis ist der Betrag in Euro. Ein Betrag in Euro wird mit 1,95583 multipliziert, um ihn in DM zu erhalten.
Beispiel: Eine Rechnung über 250 DM entspricht 250 ÷ 1,95583 = 127,82 €. Ein Preis von 80 € war früher 80 × 1,95583 = 156,47 DM wert.
Beim Kopfrechnen hilft die Faustregel, dass 2 DM ungefähr 1 € entsprechen. Das Ergebnis liegt dann etwas zu hoch, aber für einen groben Überschlag reicht es. Für genaue Beträge, etwa bei Rentenbescheiden oder Erbschaften aus der DM-Zeit, sollten Sie den Rechner nutzen.
Rechnen Sie DM in Euro und umgekehrt in Sekunden um
Zum DM-Euro-Rechner →Alte DM-Scheine noch umtauschen
Viele haben noch alte Mark-Scheine und Pfennig-Münzen zu Hause, etwa aus einer Sparbüchse oder aus einer Erbschaft. Die gute Nachricht: Die Deutsche Bundesbank tauscht DM-Banknoten und -Münzen weiterhin in Euro um. Der Umtausch ist kostenlos, zeitlich unbegrenzt und ohne Mindest- oder Höchstbetrag möglich. Auch einzelne Pfennige werden angenommen.
Den Umtausch können Sie in den Filialen der Bundesbank vornehmen, und zwar an allen Standorten bundesweit. Alternativ bietet die Bundesbank einen Versandweg an, bei dem die Scheine und Münzen an die Hauptverwaltung in Mainz geschickt werden. Vor dem Versand lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Hinweise der Bundesbank, damit keine Unterlagen verloren gehen.
Bei hohen Summen oder unklaren Scheinen lohnt sich eine Rückfrage bei der Bundesbank, bevor Sie die Scheine einschicken.
Kaufkraft von damals in heutigem Geld
Der Umrechnungskurs sagt nur, wie viele Euro einem DM-Betrag entsprechen. Er sagt nichts darüber, was man sich damals dafür kaufen konnte. Dafür ist die Inflation entscheidend: Die Preise steigen über die Jahre, und deshalb hat dieselbe Summe Geld zu verschiedenen Zeiten eine unterschiedliche Kaufkraft.
Wer wissen will, was 100 DM von 1985 heute bedeuten, muss deshalb nicht nur den Kurs anwenden, sondern auch die Preisentwicklung berücksichtigen. Die genaueste Grundlage dafür sind die amtlichen Verbraucherpreisindizes des Statistischen Bundesamtes. Unser Rechner arbeitet dagegen mit einer vereinfachten Näherung: Er rechnet mit einer durchschnittlichen Inflationsrate pro Jahrzehnt. Das Ergebnis ist deshalb ein grober Richtwert und keine exakte Umrechnung.
Unser DM-Euro-Rechner schätzt die Kaufkraft mit durchschnittlichen Inflationsraten pro Jahrzehnt und zeigt damit eine Größenordnung. Für allgemeine Fragen zur Geldentwertung, etwa wie sich ein Betrag über Jahre verändert, ist der Inflationsrechner der passende Einstieg.
Alte Verträge und Dokumente aus der DM-Zeit
Viele Verträge aus den 1990er-Jahren enthalten Beträge in DM, zum Beispiel Mietverträge, Kaufverträge, Darlehen oder Versicherungspolicen. Wer sie heute prüft oder neu bewertet, muss den Betrag korrekt in Euro umstellen. Das gilt auch für Vereinbarungen, die nach 2002 weitergeführt wurden und noch Mark-Beträge nennen.
Dabei gilt der feste Kurs für jede Umrechnung. Die Umstellung auf den Euro hat die Beträge rechnerisch nicht verändert, sondern nur die Währung. Wer also einen Vertrag über 1.200 DM liest, weiß, dass dieser Betrag 613,55 € entspricht, und zwar unabhängig vom Jahr, in dem er geschlossen wurde.
Für Verträge mit laufenden Zahlungen ist aber der Euro-Betrag nur der Anfang. Eine monatliche Zahlung von 800 DM hat heute eine andere Bedeutung als damals, weil sich die Preise verändert haben. Ob eine Anpassung oder Neuverhandlung sinnvoll ist, hängt von den Vertragsklauseln und der Preisentwicklung ab, und hierfür ist eine fachliche Prüfung sinnvoll.
Praxisbeispiel: Wert eines Sparbuchs
Stellen Sie sich vor, Sie finden ein Sparbuch aus dem Jahr 1995 mit einem Guthaben von 10.000 DM. Die nominale Umrechnung ergibt 10.000 ÷ 1,95583 = 5.112,92 €. Das ist der Betrag, den Sie heute erhalten, sofern das Guthaben noch vorhanden ist.
Die Frage, was dieser Betrag damals bedeutete, ist eine andere. Hätte man 10.000 DM 1995 für Anschaffungen genutzt, hätte man damit mehr kaufen können als heute mit 5.112 €. Den genauen Unterschied zeigt der Kaufkraft-Teil des Rechners. Er zeigt keine Zinsen, sondern nur den Verlust oder Gewinn an Kaufkraft durch die Preisentwicklung.
Beachten Sie außerdem, dass ein altes Sparbuch unter Umständen Zinsen angesammelt hat, die bei der Auszahlung berücksichtigt werden. Fragen Sie bei der Bank nach dem aktuellen Stand, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
So lesen Sie das Ergebnis des Rechners
Der Rechner zeigt in der Regel zwei Werte. Der erste ist der nominale Betrag in Euro, also die reine Umrechnung zum festen Kurs. Der zweite ist der Betrag in heutigem Geld, der die Preisentwicklung seit dem gewählten Jahr berücksichtigt. Beide Werte haben ihre Berechtigung, beantworten aber verschiedene Fragen.
Der nominale Wert ist wichtig, wenn Sie wissen wollen, welchen Euro-Betrag ein Dokument nennt, etwa für eine Steuererklärung, einen Erbschaftsnachweis oder die Abrechnung eines alten Vertrags. Der reale Wert ist dagegen wichtig, wenn Sie vergleichen wollen, was Sie damals für einen Betrag bekommen hätten und was er heute bedeutet.
Achten Sie beim Vergleich auf das Startjahr. Je weiter es zurückliegt, desto größer ist der Unterschied zwischen den beiden Werten. Ein Betrag aus den 1980er-Jahren verliert also deutlich mehr an Kaufkraft als ein Betrag aus den 2000er-Jahren. Gerade bei langen Zeiträumen sollten Sie das Ergebnis als Richtwert verstehen, nicht als exakte Angabe.
Wann die Schätzung der Kaufkraft hilft
Eine Näherung reicht in vielen Situationen aus, auch wenn sie keine exakte Zahl liefert. Wenn Sie zum Beispiel grob einordnen möchten, ob eine DM-Summe aus den 1980er-Jahren damals ein Auto, eine Wohnung oder eine Einrichtung finanziert hätte, reicht eine Größenordnung. Auch für Gespräche über alte Familienverträge oder Erbstücke ist das Gefühl für den Wert meist wichtiger als die dritte Nachkommastelle.
Anders ist es bei rechtlichen oder steuerlichen Fragen. Wenn ein Gericht, ein Finanzamt oder eine Versicherung einen Wert anhand eines Preisindex bewerten soll, braucht es die amtlichen Indexwerte für den genauen Zeitraum. Dafür sollten Sie die Originaldaten des Statistischen Bundesamtes heranziehen und den Rechner nur als ersten Überblick verwenden.
Ein praktischer Tipp: Vergleichen Sie zwei Zeiträume über den Rechner, etwa 1990 und 2000, und schauen Sie, wie groß der Unterschied ist. Dann wissen Sie, ob ein Zeitraum für Ihre Frage wichtig ist, bevor Sie in die genauen Daten einsteigen.
Beispiele aus dem Alltag
Beispiel 1: Eine Erbschaft. Ein Sparbuch aus den 1990er-Jahren weist 5.000 DM aus. Umgerechnet sind das 5.000 ÷ 1,95583 = 2.556,46 €. Dieser Betrag ist der nominale Wert. Wenn Sie wissen möchten, was er heute an Kaufkraft bedeutet, müssen Sie die Preisentwicklung einbeziehen, und genau dafür nutzen Sie den Rechner.
Beispiel 2: Ein Auto von früher. Ein Gebrauchtwagen für 18.000 DM entspricht nach dem Kurs 9.203,25 €. Diese Summe sagt nur, dass die Euro-Zahl dem DM-Preis entspricht, aber nicht, dass ein Auto heute zu diesem Preis zu haben wäre.
Beispiel 3: Eine Miete. Eine Wohnung für 800 DM im Monat entspricht 409,03 €. Auch hier gilt: Der Kurs ist konstant, die Kaufkraft der Miete hat sich aber verändert.
Zahlen richtig schreiben und runden
Beim Umrechnen entstehen oft Schreibfehler, die später Probleme machen. In Deutschland trennt das Komma die Cent-Stellen und der Punkt die Tausender, also 1.250,50 €. In DM-Dokumenten finden Sie häufig dieselbe Schreibweise, aber manche alten Belege nutzen andere Trennzeichen. Prüfen Sie deshalb immer, ob ein Betrag tatsächlich in Mark oder bereits in Euro angegeben ist.
Beim Runden gilt: Erst am Ende runden. Wer nach jedem Schritt auf volle Cent rundet, summiert kleine Abweichungen, die bei größeren Beträgen sichtbar werden. Bei einem Vertrag mit vielen Positionen ergibt das schnell einen merklichen Unterschied. Für die Summe sollten Sie die Einzelbeträge daher möglichst genau berechnen und erst am Schluss auf zwei Stellen runden.
Häufige Fehler beim Umrechnen
- Mit dem falschen Kurs rechnen. Manche Tabellen nutzen gerundete Werte wie 1,96. Für exakte Beträge sollten Sie den offiziellen Kurs 1,95583 verwenden.
- Kurs und Kaufkraft verwechseln. Der Umrechnungskurs ist fest. Die Kaufkraft verändert sich dagegen mit jedem Jahr der Inflation.
- Pfennige ignorieren. Bei Beträgen mit Pfennigen entsteht nach dem Umrechnen oft ein Cent-Unterschied. Runden Sie erst am Ende.
- Den Umtausch aufschieben. Die Bundesbank tauscht unbegrenzt, aber Unterlagen oder alte Quittungen können verloren gehen.
DM-Euro-Rechner nutzen
Der DM-Euro-Rechner rechnet in beide Richtungen und zeigt den Betrag im festen Kurs. Zusätzlich können Sie die Kaufkraft eines Betrags aus einem früheren Jahr in heutigem Geld ermitteln. Wenn Sie eine Summe für eine Gehaltsfrage vergleichen wollen, passt auch der Brutto-Netto-Rechner, um aktuelle Zahlen einzuordnen.
Kurs, Umrechnung und Kaufkraft an einem Ort
DM-Euro-Rechner öffnen →Wer größere Summen aus alten Verträgen, etwa Darlehen aus der DM-Zeit, neu bewerten muss, kann zusätzlich den Zinsrechner verwenden, um Zinsen über die Laufzeit zu berechnen.
Häufige Fragen
Wie viel ist 1 Euro in DM?
1 Euro entspricht 1,95583 DM. Der Kurs ist seit der Euro-Einführung unveränderlich.
Wie viel ist 1 DM in Euro?
1 DM entspricht 0,51129 Euro, also etwa 51 Cent.
Kann man DM heute noch einlösen?
Ja. Die Bundesbank tauscht DM-Banknoten und -Münzen unbegrenzt und kostenlos in Euro um. Es gibt keinen Stichtag.
Warum rechnet der Rechner nicht einfach den Kurs?
Der Kurs gibt nur den nominalen Euro-Wert an. Um die Kaufkraft zu zeigen, muss zusätzlich die Preisentwicklung berücksichtigt werden. Der Rechner schätzt sie mit durchschnittlichen Inflationsraten pro Jahrzehnt.
Muss ich beim Umrechnen Steuern oder Gebühren beachten?
Der Umrechnungskurs ist kostenlos und enthält keine Gebühr. Wenn Sie aber DM-Beträge bei einer Bank oder bei einem Tauschdienst wechseln, kann es Gebühren geben. Der Umtausch bei der Bundesbank ist dagegen kostenlos.
Ist die Kaufkraft-Berechnung exakt?
Nein, sie ist eine Näherung. Der Rechner nutzt durchschnittliche Inflationsraten pro Jahrzehnt, keine Monatsdaten. Einzelne Produkte können sich anders entwickelt haben als der Durchschnitt. Für eine genaue Rechnung nutzen Sie die amtlichen Verbraucherpreisindizes des Statistischen Bundesamtes.